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Ländliche Regionen besser als ihr Ruf
13.08.2015 07:13

Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte (Sachsen-Anhalt/Altmark) möchte für die Attraktivität des ländlichen Lebensraumes werben. „Ja, wir spüren die sinkenden Einwohnerzahlen, werden immer weniger und durchschnittlich älter“, sagte Andreas Brohm (36/parteilos) zu einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, die am heutigen Donnerstag vorgestellt wird. Die Folgen und Probleme kleiner Gemeinden wie etwa der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte seien unübersehbar. Dazu zählten unter anderem eine Ausdünnung der Infrastruktur sowie noch längere Wege, etwa zu Schulen, Kitas oder Einkaufsmöglichkeiten. „Aber die ländlichen Regionen sind sehr lebenswert und viel besser als ihr Ruf“, sagte Brohm.

Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte hat seit 1990 etwa 4.000 Einwohner auf nun rund 11.000 verloren. Prognosen zufolge sollen es bis 2030 weitere 2.000 Einwohner weniger sein. „Wir müssen den ländlichen Raum attraktiver machen und gleichzeitig für ihn werben“, sagte Brohm. Die Altmark zum Beispiel sei jetzt schon ein sehr guter Ort, etwa um Kinder aufwachsen zu lassen. Es gebe gute Lebensbedingungen für Familien, günstige Immobilienpreise, eine gute Verkehrsanbindung, mittelständische Betriebe, kreative Netzwerke sowie die Möglichkeiten für ein relativ günstiges Leben ohne auf etwas verzichten zu müssen. „Wir leben in einer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft.“ Besucher seien immer wieder überrascht über die Angebote und den Raum für Möglichkeiten.

„Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte benötigt dennoch im Jahr etwa 100 bis 150 Zuzüge, um das Geburten-Defizit auszugleichen und das jetzige Einwohnerniveau zu halten“, sagte Brohm. Um das zu erreichen setzt der Bürgermeister auf eine Stärkung der Kultur und der Wirtschaft sowie die Vermarktung der Region. Zentraler Punkte seien zum Beispiel die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Internet und eine Stärkung der Angebote für den Tourismus. „Ich setze auf die Schlagworte Leben, Erholung und Ruhesitz“, sagte Brohm. „Jeder ist willkommen, sich unsere Region einmal anzuschauen.“

Link zum Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hier.

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