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Altmärkische LEADER-Regionen kooperieren miteinander
28.06.2016 08:31

LEADER-Förderregionen in der Altmark wollen in Zukunft stärker zusammenarbeiten. Das haben die Vorsitzenden der Aktionsgruppen „Uchte-Tanger-Elbe“, „Mittlere Altmark“ und „Elb-Havel-Winkel“ während des AltmarkMacher-Festivals in Tangerhütte vereinbart. "Eine enge Kooperation macht schon deswegen Sinn, weil wir im Norden Sachsen-Anhalts inhaltlich ähnliche Herausforderungen haben", sagte der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe "Uchte-Tanger-Elbe" (UTE), Andreas Brohm, am Dienstag (28. Juni) in Tangerhütte.

Unter anderem sei eine Zusammenarbeit beim Thema Tourismus geplant. Da gehe es etwa um den Ausbau der Radwegeinfrastruktur, die keine Grenzen von Fördergebieten kenne. Ebenso um die Vermarktung der Bismarck-Schlösser. „Ich freue mich auf den positiven Austausch und die Zusammenarbeit“ sagte Brohm weiter. Beim AltmarkMacher-Festival hat sich die gastgebende LEADER-Region um Stendal, Tangerhütte und Tangermünde bereits mit einem neu gestalteten Logo präsentiert und über die Möglichkeiten der aktuellen Förderperiode an einem eigenen Stand informiert.  

Förderanträge bis 19. September möglich

Ab sofort und bis zum 19. September können sich wieder Projekte um eine Förderung bewerben. „Wir rufen dazu auf und freuen uns auf spannende Bewerbungen für Förderanträge“, sagte Brohm. Eingereicht werden können Ideen und Projekte, die 2017 umgesetzt werden sollen. Informationen und Anträge gibt es beim LEADER-Management in Stendal, das unter Telefon: 03931-410453 und Mail: info@landleute.eu zu erreichen ist. Es wird darum gebeten, persönlich mit dem Management bezüglich einer Beratung in Kontakt zu treten, um die konkreten Möglichkeiten einer Förderung zu besprechen. Anträge ohne Beratungsgespräch werden nicht angenommen. Aktuell sind zehn Projekte aus der Region zur Bearbeitung beim Landesverwaltungsamt in Halle/Saale eingereicht worden. Mit ersten Bewilligungen wird umgehend gerechnet.

Die Möglichkeiten der Förderung sind vielfältig und wurden in der aktuellen Periode bis 2020 im Vergleich zum vorherigen Zeitraum sogar noch einmal ausgebaut. So wird in Sachsen-Anhalt ein Multifondsansatz realisiert, in dem Mittel der drei wichtigsten EU-Fördertöpfe, den sogenannten Investitions- und Strukturfonds, bereitgestellt werden. Neben dem Landwirtschaftsfonds (ELER) fließen jetzt auch Fördermittel aus dem Sozialfonds (ESF) und dem Regionalentwicklungsfonds (EFRE). Damit können nicht nur bauliche Maßnahmen in Dörfern umgesetzt werden, sondern es gibt auch Unterstützungsmöglichkeiten für Investitionen in Städten sowie für Erstellungen von Konzepten, für Weiterbildungen oder Vernetzungsaktivitäten. LEADER wird auf diese Weise um den sogenannten CLLD-Prozess ergänzt.

Hintergrund LEADER/CLLD
Hinter den Abkürzungen LEADER und CLLD verbergen sich Förderansätze der Europäischen Union. LEADER leitet sich aus dem Französischen „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“ ab und heißt übersetzt „Verbindung zwischen Aktionen zur ländlichen Entwicklung“. CLLD steht dabei englisch für „Community-Led Local Devolopment“, was so viel bedeutet wie „Von der örtlichen Bevölkerung betriebene lokale Entwicklung“. Beide Programme zielen auf lokale Projekte in ländlich geprägten Regionen. Die aktuelle Förderperiode reicht von 2014 bis 2020. 

Im August 2015 war die Lokale Aktionsgruppe „Uchte-Tanger-Elbe“ als LEADER/CLLD-Fördergebiet der EU bestätigt worden. Unter dem Motto „Gemeinsam leben in Stadt und Land“ können bis 2020 zahlreiche Projekte umgesetzt und gefördert werden. Das Landesfinanzministerium hat dazu bisher eine Zusage über eine erste Förderrate aus drei EU-Fonds in Höhe von rund 2 Millionen Euro gegeben. Bis 2020 können mittels LEADER und CLLD insgesamt bis zu 100 Millionen Euro europäischer Fördermittel in die ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts fließen. Das Geld kommt Projekten aus dem privaten, unternehmerischen und kommunalen Bereich zugute. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass sich die geförderten Ideen positiv und nachhaltig auf die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum auswirken.

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