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Zuwanderung als Chance für ländlichen Raum
30.06.2015 08:04

Zuwanderung in jeder Form ist für Andreas Brohm (36/parteilos) das große Thema der Zukunft. „Es ist eine, wenn nicht sogar die Chance für uns und den ländlichen Raum“, sagt der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte. Angesichts der demografischen Entwicklung hätten die kleinen Städte gar keine andere Möglichkeit, als über Zuwanderung zu debattieren. Sachsen-Anhalt verliere jedes Jahr Einwohner, Fachkräfte und Ehrenamtliche gingen verloren, besonders der ländliche Raum sei betroffen. „Wenn wir die aktuellen Standards, etwa in der Versorgung mit Ärzten, Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen halten wollen, müssen wir auf Zuwanderung setzen, egal wie diese aussieht“, sagt Brohm weiter. Er werde deswegen für seine Region werben und für eine offene Diskussion über Zuwanderung stehen.

Das Land attraktiv machen

Der ländliche Raum umfasst etwa 90 % der Fläche Deutschlands, auf ihr leben allerdings nur etwas mehr als 50 % der Einwohner. „Wir müssen das Land attraktiv machen, um Familien aus Städten zu uns zu locken“, sagt Brohm. Das gehe in Zukunft vor allem über die sogenannten weichen Faktoren wie etwa Kultur und Natur. Außerdem sei das Land auf Zuwanderung aus anderen Regionen sowie aus anderen Ländern angewiesen. „Menschen müssen sich bei uns wohlfühlen, dazu zählt auch eine offene Gesellschaft“, sagt Brohm. Die Bedingungen für eine funktionierende Zuwanderung zu schaffen, sei natürlich auch Aufgabe der Politik. „Strukturell haben wir einiges nachzuholen“, sagt der Bürgermeister. Er setze dabei auch auf die Hilfe von Land und Bund. Doch die Chancen seien größer als die Anstrengungen.

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