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Brohm kritisiert Digitale Agenda Sachsen-Anhalt
12.03.2018 09:12

Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) kritisiert scharf die sogenannte Digitale Agenda, die heute von der Landesregierung Sachsen-Anhalt vorgestellt wird. "Das ist kein Konzept, sondern ein Stückwerk", sagte der Ortschef der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, der sich seit Jahren unter anderem für den Glasfaserausbau einsetzt. Hinzu komme, dass das alles nur mit sogenannten FTTH-Anschlüssen funktioniere, also Glasfaserkabel, die bis ins Haus reichen. "Die digitalen Zukunftslösungen werden wir mit 50 oder 100 MBit nicht umsetzen können", sagte Brohm weiter. Die Landesregierung habe beim Ausbau mit schnellem Internet wieder ein Jahr verloren. "Jetzt muss endlich gehandelt werden", forderte Brohm die Zuständigen auf. Geld sei genügend vorhanden. 

Die Landesregierung stellt unter Federführung von Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) am heutigen Montag in der Magdeburger Johanniskirche die Agenda sowie einen Digitalisierungsbeirat vor. Das Papier wurde im Dezember beschlossen und soll ein breites Spektrum von digitalen Themen und Akteuren ansprechen und abdecken.

Ziel darf nicht (mehr) der Ausbau mit 50 Mbit sein

Brohm fordert in diesem Zusammenhang die Landesregierung erneut auf, von ihrem Ziel der flächendeckenden Breitbandversorgung mit 50 Mbit abzurücken. "Das ist nicht nur veraltet, sondern eine Geld- und Steuerverschwendung gleichermaßen", sagte er. Wer heute die Straße aufreiße, sollte auch die beste zur Verfügung stehende Technologie verbauen - und die heißt FTTH. "Wir kaufen uns heute auch keinen Röhrenfernseher mehr – und tun so, als ob der Flachbildschirm noch nicht erfunden wurde." 

Die Zukunft des ländlichen Raumes sei abhängig vom flächendeckenden und zügigen Breitbandausbau, sagt Brohm. Das habe erst jüngst eine Befragung des Verbandes Kommunaler Unternehmen bestätigt. Demnach antworteten rund 84 Prozent der mehr als 300 befragten Firmen, dass der ländliche Raum durch die Digitalisierung als Wohn- und Arbeitsort aufgewertet wird. Zwei Drittel gaben an, dass die zunehmende Verlagerung von Lebensbereichen ins Internet die strukturellen Nachteile des Lebens auf dem Land reduzieren könne.

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